#35 Wie du an deinem (digitalen) Unternehmen arbeitest – Interview mit Katja Holzhey

Als Unternehmer oder Führungskraft, solltest du einen großen Teil deiner Zeit damit verbringen am Unternehmen, statt im Unternehmen zu arbeiten. Diese abstrakten Worte höre ich immer wieder in meinen Coachings. Was das genau bedeutet, erklärt Katja Holzhey mit einem tollen und einfach Beispiel:

Wenn du mit dem Fahrrad Downhill fährst, sprich mit hoher Geschwindigkeit eine sich immer wieder verändernde Strecke (Steine, Äste, verschiedene Bodengegenheiten), hast du keine Zeit während dem Fahren darüber nachzudenken, was du als nächstes tust. Du agierst und reagierst auf die Umstände. Ob du gerade die richtige Strecke fährst, dein Fahrrad noch geeignet ist oder du die richtige Schutzausrüstung anhast, hinterfragst du während dem Fahren nicht. 

Auf ein Unternehmen übertragen bedeutet das, dass wir während dem operativen Tagesgeschäft selten bis nie Zeit dafür haben, uns um die Strategie des Unternehmens, um die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter oder das Etablieren von Prozessen zu kümmern. 

Gerade Prozesse sind dabei ein elementarer Punkt. Wenn wir bei unserer wertvollsten Ressource, den Mitarbeitern bleiben, dann sind Systeme für Onboarding und Weiterentwicklung elementar für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. 

Am System zu arbeiten bedeutet dabei implizit, dass du Aufgaben delegierst und das operative Tagesgeschäft von deinen Mitarbeitern erledigen lässt. Du bist für den Rahmen verantwortlich und dafür, dass jeder Klarheit und Orientierung hat. 

Häufig wird bei Prozessen eine direkte Parallele zur Digitalisierung und Automatisierung gezogen. Bevor ich etwas digitalisieren kann, muss ich allerdings ganz genau verstehen, welches Problem ich mit diesem Prozess lösen möchte. 

Ein einfacher Tipp ist, alle Prozessschritte aufzuschreiben und danach zu analysieren, wo typischerweise Engpässe entstehen. Diese Engpässe können dann systematisch aufgelöst werden. Wichtig zu beachten ist, dass jeder Engpass zu einem neuen Engpass führt. 

Sobald der Prozess stabil ist, kann er größere Herausforderungen durchlaufen und die Frage nach der Digitalisierung und Automatisierung kann beantwortet werden. 

Zentraler Mittelpunkt eines Unternehmen sind immer die Menschen. Sie entwickeln und setzen schlussendlich die Prozesse um. Daher solltest du ganz genau darauf achten, wo Prozesse regelmäßig umgangen werden, um daraus zu lernen und dein Unternehmen systematisch zu verbessern. 

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